Ein Quartett neuer Spieler verstärkt unsere Herren bei der Rückkehr in die 1. Feldhockey-Bundesliga. Noah Hagen wechselt vom TC Blau-Weiss Berlin an die Wilskistraße, Yannick Koch und Loïc Berlinghof kommen von der TG Frankenthal sowie Theo Belhustede (Foto) vom Braunschweiger THC.

Noah Hagen war Teil des erfolgreichen Jugend-Jahrgangs 1998/99, der in der U18 deutscher Feld- und Hallenmeister wurde und später mit den Blau-Weiss-Herren in die 1. Bundesliga aufgestiegen ist. „Ich habe mich mein ganzes Hockeyleben mit dem BHC gebattled und hatte jetzt Lust, gemeinsam mit dem BHC das Projekt 1. Liga anzugehen“, erzählt der 26-Jährige. Der Verteidiger möchte mit den Zehlendorfern auf alle Fälle den Klassenverbleib sichern, dabei aber auch den Spaß am Sport nicht aus den Augen verlieren: „Ich glaube, es ist wichtig, dass wir als Team eine eigene Identität entwickeln und gemeinsam eine gesunde Mischung aus Spaß und Leidenschaft auf den Platz bringen.“

In seiner Hockeyzeit wurde Hagen, der in einem Familienbetrieb im Immobilienbereich arbeitet, von einem Kreuzbandriss zurückgeworfen, kämpfte sich aber wieder zurück. „Mit dem Hockey kehrte wieder eine altbekannte Stabilität zurück in meinen Alltag“, verrät der Berliner, der zuletzt mit Blau-Weiss in der 2. Bundesliga Süd den vierten Platz belegte. „Mit Noah verstärken wir uns auf der Außenverteidigerposition mit einem echten Berliner, der sich in den letzten Jahren stark entwickelt hat“, kommentiert Sportdirektor Rein van Eijk, der momentan auch kommissarisch als Herrentrainer agiert, bis ein geeigneter Nachfolger für den zurückgetretenen Stan Huijsmans gefunden ist. „Noah ist ein athletisch beeindruckender Spieler, der pfiffig spielt und menschlich gut in unsere Mannschaft passt. Wir gehen davon aus, dass er über seine Leidenschaft, Athletik und sein Spielverständnis einen großen Mehrwert für den BHC bietet.“

Yannick Koch und Loïc Berlinghof kommen beide vom Zweitligisten aus Frankenthal, der in der abgelaufenen Saison Rang sechs belegte. Berlinghof ist 21 Jahre alt und hat seine Hockeywurzeln beim Mannheimer HC, mit dem er in der Halle deutscher U18-Meister wurde. Zudem spielte der Sohn eines französischen Vaters für die U16- und U18-Nationalmannschaft Frankreichs. Sein größter internationaler Erfolg war der Sieg bei der B-Europameisterschaft in der Türkei und damit der Aufstieg in die A-EM mit den französischen Herren. „Loïc geht dahin, wo es wehtut. Er wurde beim MHC gut ausgebildet. Er kommt menschlich gut an, ist ein absoluter Teamplayer und ackert viel. Wir verbessern auch mit ihm die Altersstruktur unserer Mannschaft und freuen uns über seine Entscheidung, sich beim BHC weiterentwickeln zu können“, sagt Coach van Eijk.

„In der Saison 2024/25 habe ich mich dazu entschieden, die Neckarseite zu wechseln und bin zum TSV Mannheim Hockey gegangen. Dort habe ich eine Saison verbracht, um mich weiter zu entwickeln. Um mehr Spielzeit zu sammeln, bin ich anschließend nach Frankenthal gewechselt“, erzählt der Innenverteidiger. Nun wird angehende Student Teil des Aufsteigers und sagt: „Ich freue mich schon mit den Jungs auf dem Platz zu stehen und das Beste aus der kommenden Saison herauszuholen!“ Bis sein Studium mit der Zielrichtung Personalmanagement beginnt, wird er ab kommendem Januar einen Freiwilligen Wehrdienst bei der Bundeswehr absolvieren.  

Yannick Koch ist ein Eigengewächs der TG Frankenthal, bei der er schon im Alter von vier Jahren mit dem Hockeysport begann. Als U14-Spieler wechselte der heute 22-Jährige zum Dürkheimer HC, wo er bis zur U16 blieb. Anschließend ging es für den Mittelfeldmann zurück in seinen Heimatverein. Als größten Erfolg nennt er den direkten Wiederaufstieg mit der TGF in die 1.Hallen-Bundesliga nach dem Abstieg. Zuvor hatte er vier Jahre in der 1. Südliga gespielt. „Ich würde meinen Spielstil als eher offensiv ausgerichtet beschreiben“, sagt der Neu-Berliner, der aktuell an seiner Bachelorarbeit im Studiengang Biologische Chemie an der TH Mannheim schreibt. „Dafür forsche ich am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg und beschäftige mich inhaltlich mit der Kernaufnahme von DNA-Nanovektoren für die Zell- und Gentherapie.“ Nach seinem Bachelorabschluss plant der gebürtige Pfälzer ein Masterstudium an der Berliner HU im Bereich „Quantitative Molecular Biology“ zu beginnen.

„Yannick gehörte in den letzten Jahren zu den spannendsten Spielern der zweiten Liga. Er ist ein Spieler mit Offensivdrang und Zug zum Tor, der Bälle gewinnen kann. Er ist ein gutes Verbindungsstück zwischen defensivem Mittelfeld und der Sturmreihe, ist sehr beweglich und extrem schnell. Im Probetraining konnte er bereits seine neuen Mitspieler begeistern“, lobt Rein van Eijk und meint:  „Wahrscheinlich kennen ihn die wenigsten Erstligisten, doch wir haben unsere Hausaufgaben in unserem Jahr in der 2. Liga gemacht.“ Koch selbst sagt: „Nach den guten Gesprächen mit dem BHC und einem überzeugenden Probetraining hat sich für mich schnell ein sehr gutes Gesamtpaket ergeben. Mich reizt vor allem die neue sportliche Herausforderung, sowohl in der Halle als auch auf dem Feld 1. Bundesliga zu spielen, und die Möglichkeit, mich sowohl auf als auch neben dem Platz weiterzuentwickeln und meine bisherige Komfortzone zu verlassen.“

Zudem ergänzt der Neu-Berliner: „Mit der Mannschaft möchte ich mich in der Feldsaison als Hauptstadtclub in der 1. Bundesliga wieder etablieren und bestmöglich einen Platz im Viertelfinale erspielen. In der Hallensaison möchte ich mich mit dem Team in der 1. Liga Ost ebenfalls für das Viertelfinale qualifizieren und die Ost-Liga gewinnen. Persönlich möchte ich mich spielerisch weiterentwickeln, Verantwortung übernehmen und vor allem aus dem Mittelfeld heraus das Spiel kreativ mitgestalten.“

Theo Belhustede ist gerade einmal 18 Jahre alt und macht aktuell sein Abitur in Braunschweig. Nichtsdestotrotz nimmt der Jugend-Nationalspieler den langen Weg nach Berlin auf sich, um sich ebenfalls weiterzuentwickeln und in der 1. Liga spielen zu können. „Wenn ich weiterhin eine Chance haben will, in der U21-Nationalmannschaft zu spielen, reicht die Regionalliga nicht“, erläutert der flexibel einsetzbare Innenverteidiger und Mittelfeldmann. „Der BHC hat eine gute Truppe, da bin ich gespannt und hoffe, meine Rolle in der Mannschaft zu finden.“ Als Eigengewächs des BTHC hat Belhustede dort seine ganze Jugend verbracht und zuletzt in der 2. Bundesliga Nord gespielt, aus der das Team am Saisonende leider abgestiegen ist. „Ich möchte mich weiterentwickeln und da hat Berlin sich natürlich angeboten“, verrät der gebürtige Niedersachse. „Theo ist vielseitig einsetzbar, der sich in Braunschweig so entwickelt hat, dass er immer in den Jugend-Nationalmannschaften eine Rolle spielte. Er ist ein cleverer Spieler, der auch sehr gut in unsere Strategie passt, jüngere Spieler für uns zu gewinnen und die Talente Deutschlands an die Wilskistraße zu bekommen. Wir versprechen uns, dass er bei uns im Umfeld der 1. Liga den nächsten Entwicklungsschritt macht und uns voranbringen wird“, sagt van Eijk.

Belhustede ist bereits mit seinen Lehrern im Gespräch, ob es möglich wäre, an einigen Tagen Fernunterricht zu machen. „Bis  zu den Herbstferien haben wir keine Klausuren und meine Kurse liegen günstig, sodass es möglich wäre“, berichtet der Abiturient mit den Leistungskursen Sport, Physik und Mathematik. In Berlin stünde eine Gastfamilie bereit, um ihn zu beherbergen. Neben seinen rund 20 Länderspielen für die deutsche U16 und U18 war Belhustede im Schuljahr 2024/25 in England und wurde dort mit Repton Zweiter der englischen Meisterschaft.

Die Saison beginnt am Samstag, den 19. September mit dem Heimspiel gegen den Münchner SC.

Fotos: BHC / Tino Dertz, privat