Unsere Damen dürfen sich zur neuen Saison in der 1. Feldhockey-Bundesliga über namhafte Verstärkung freuen. Charlotte Gerstenhöfer wechselt vom Hauptrundensieger Mannheimer HC an die Wilskistraße, die österreichische Nationalspielerin Carla Kemper kommt vom Wiener AC und U21-Nationalspielerin Carlotta Koch schließt sich vom HC Ludwigsburg an. „Das Gesamtpaket hat mich gereizt, Berlin als Stadt zu erleben und beim BHC zu spielen“, sagt die 26-jährige Charlotte Gerstenhöfer. Die Topstürmerin verfügt über ein abgeschlossenes Architekturstudium und wird nun in Vorbereitung auf einen weiteren Studiengang zur Restauration und Konservierung von Gemälden und Skulpturen ein Praktikum an der Berliner Gemäldegalerie absolvieren.

Carla Kemper studiert ebenfalls Architektur und befindet sich aktuell auf der Zielgeraden ihres Bachelorstudiums an der TU Wien. „Ich wollte schon immer im Ausland Hockey spielen und freue mich nun auf eine Mannschaft mit einem großen Kader, in der ich mich weiterentwickeln und auch festigen kann“, sagt die 23-Jährige. Die Rechtsverteidigerin hat sich jüngst mit der österreichischen Nationalmannschaft für die A-EM 2027 in London qualifiziert. „Das österreichische Hockey hat sich in den letzten Jahren sehr gut weiterentwickelt. Dazu bringen Spielerinnen mit internationaler Erfahrung nochmal etwas anderes mit. Carla wird uns in der Breite verstärken. Sie passt gut in die Altersstruktur und wird den Konkurrenzkampf im Kader weiter vergrößern“, sagt Sportdirektor Rein van Eijk und ergänzt: „Dass sich Spielerinnen wie Charlotte Gerstenhöfer für den BHC entscheiden, sagt auch etwas über die Entwicklung der letzten Jahre im BHC aus. Wir freuen uns mega.“

Charlotte Gerstenhöfer, die von allen nur „Corny“ genannt wird, ist Anfang des Jahres gemeinsam mit den BHC-Spielerinnen Philine Drumm und Benedetta Wenzel Hallen-Europameisterin geworden. „Ich habe mit beiden gut gematched“, verrät die 26-malige A-Nationalspielerin, die zudem 59 Jugend-Länderspiele vorzuweisen hat. „Corny wird uns viel Qualität vorne geben und passt auch menschlich super zu uns. Wir blicken voller Vorfreude auf die neue Saison“, sagt Trainer Casper von Quadt. Van Eijk ergänzt: „Sie ist eine Spielerin mit viel Erfahrung, passt gut und wird uns in der Halle wie auch auf dem Feld verstärken. Sie ist das i-Tüpfelchen auf die aktuelle Damen-Mannschaft.“

Mit den MHC-Damen war Gerstenhöfer zuletzt Dauergast im Final Four, 2023 wurde sie mit den Mannheimerinnen erstmals deutsche Meisterin auf dem Feld. „Natürlich bin ich einerseits traurig den MHC zu verlassen, andererseits ist es jetzt auch beruflich der richtige Zeitpunkt und ich habe große Lust darauf, auch mit einem anderen Team in die heiße Phase zu gehen“, erzählt die Offensivspielerin. „Der BHC hat im Viertelfinale gegen Düsseldorf gezeigt, dass sie den späteren Meister ärgern können. Aus MHC-Sicht kann ich bestätigen, dass es immer super schwer war, in Berlin zu spielen, weil man gefühlt gegen den ganzen Club gespielt hat, weil so viele Leute da waren.“ Schließlich war es der BHC, der dem MHC in der Hauptrunde die einzige Niederlage beigebracht hat. Die Hallen-Europameisterin hat ihre Hockeywurzeln in Bad Dürkheim, was eine Rolle bei ihrer Entscheidung gespielt hat, sich nun dem BHC anzuschließen: „Auch der BHC ist ein familiärer Verein und hat aufgrund der Struktur eine etwas andere Dynamik.“

Carlotta Koch ist 2024 mit dem HC Ludwigsburg in die 2. Bundesliga Süd aufgestiegen. In der jüngsten Hallensaison konnte die 20-Jährige sich mit dem HCL auch in der 1. Bundesliga Süd behaupten. „Ich möchte noch einmal was Neues machen und mich persönlich weiterentwickeln plus auch auf dem Feld in der 1. Bundesliga spielen“, sagt die Stürmern, die in Aalen geboren ist. Sie hat bislang alle Jugend-Nationalmannschaften des DHB durchlaufen und sich mit der Nominierung für den nächsten U21-WM-Kader ein großes Ziel gesteckt. Sie ist mit mehreren Erstligisten in Kontakt gewesen, doch auch bei ihr hat der BHC mit seinem familiären Umfeld am Ende den Ausschlag gegeben. „Mir hat das Familiäre gefallen, die Mädels spielen da, weil sie Bock auf Hockey haben. Das junge Team fand ich auch sehr ansprechend“, erklärt der Neuzugang.

Koch wird an der Berliner Charité ein Studium der Hebammenwissenschaften beginnen und plant daher auch die nächsten Jahre im BHC-Trikot erfolgreich zu sein. Van Eijk ist auch sehr glücklich über ihren Wechsel und erläutert: „Sie ist ein Spielerin-Typ, den wir brauchen. Sie schmeißt sich überall rein, hat Bock auf Tore-Schießen und Lust auf Leistung. Sie wird eine richtige Bereicherung sein, da sie mit ihrem Profil eine Lücke füllt, die so nicht in der Mannschaft vertreten war.“ Trainer von Quadt sagt: „Ich freue mich sehr, dass die drei an Board sind. Carlotta passt genau in unser Profil, sie ist eine abschluss-, durchsetzungsstarke und technisch gute Stürmerin. Menschlich passt sie ebenfalls sehr gut rein und wird uns eine Menge mitgeben. Auch Carla Kemper wird unser Team voranbringen und die deutsche Bundesliga wird für sie auch eine gute EM-Vorbereitung sein.“

Obwohl die gebürtige Wienerin erst 23 Jahre alt ist, blickt sie bereits auf eine neunjährige Bundesliga-Karriere im Trikot des Wiener AC zurück, mit dem sie 2022 österreichische Hallenmeisterin wurde und mehrere Vizemeistertitel auf dem Feld holte. Mit gerade einmal 14 Jahren gab die heutige 53-malige A-Nationalspielerin ihr Debüt in der Bundesliga. Ihr größter internationaler Erfolg war der 2. Platz bei der Hallen-WM 2025 in Kroatien, bei der Hallen-EM im Januar wurde Österreich Dritter. Der Kontakt zum BHC ist über den ehemaligen BHC-Damentrainer Tin Matkovic entstanden, der Kemper mit von Quadt vernetzte, worauf die 23-Jährige zum Probetraining nach Berlin kam.

„Berlin ist eine coole Stadt“, sagt die Tochter deutscher Eltern, die sich in der U18 für eine Einbürgerung in ihrem Heimatland entschieden hat und seit dem auch für den ÖHV international aufläuft. Zudem lebt ihr Vater inzwischen in Berlin. Für ihre Abschlussprüfungen wird Kemper noch nach Wien pendeln, sich dann aber um einen Masterstudienplatz in Berlin bewerben, sodass ihr Engagement längerfristig angelegt ist.

Die neue Saison beginnt am 19. September mit dem Heimspiel gegen den Münchner SC. Mit dabei ist dann auch Neuzugang Anna Batschko vom Club an der Alster, die aufgrund ihres Wechsels während der laufenden Saison erst zur Spielzeit 2026/27 für den BHC spielberechtigt ist.
Fotos: BHC / Dirk Markgraf, ÖHV, Edit Führing, Charlotte Häußler
