Unsere Damen haben den erneuten Finaleinzug bei den deutschen Hallenhockey-Meisterschaften in Frankfurt am Main verpasst. Der Ostmeister unterlag am Samstag im Halbfinale Rot-Weiss Köln mit 2:6 (1:2). „Die Gegentore verteidigen wir nicht gut, offensiv haben wir schon gute Lösungen gefunden“, sagte BHC-Trainer Casper von Quadt. „Von den Chancen her hätte es auch für fünf sechs Tore gereicht.“ Dabei gehörten den BHC-Damen die ersten fünf Minuten, doch Philine Drumm, Zoe Neßelhauf und Elissa Mewes konnten mit ihren frühen Torschüssen in der dritten Minute Kölns Torfrau Lisa Höllriegl nicht ernsthaft in Bedrängnis bringen.

Stattdessen war es Helena Würker (6.), die die erste ernsthafte Möglichkeit der Rheinländerinnen mit dem 1:0 abschloss. Die Berlinerinnen hätten ihrerseits ausgleichen können, doch der Strafeckenschuss von Joana Boehringer (8.) ging neben das Tor. Umso unglücklicher war es aus BHC-Sicht, dass Sophie Prumbaum (10.) im Gegenzug ein Solo mit dem 2:0 über BHC-Keeperin Maja Sielaff hinweg ins Netz abschloss. „Das Frustrierende ist, dass wir unsere Leistung vom Viertelfinale nicht abgerufen haben. Hätten wir das gemacht und es hätte nicht gereicht, wäre das fair gewesen“, meinte Sielaff enttäuscht. „Bei mir ist der Frust darüber groß, dass wir nicht an die Leistung vom Viertelfinale anknüpfen konnten. Das ist einfach schade.“

Johanna Franz (19.) hatte zu Beginn des zweiten Abschnitts die bis dato beste BHC-Möglichkeit, verzog aber am Gehäuse vorbei. Köln kam seinerseits im Anschluss zu seinen beiden ersten Strafecken (23./25.), doch die BHC-Defensive stand sicher. Drumm (26.) hatte wenig später den Anschlusstreffer ebenfalls per Strafecke auf dem Schläger, aber ihr Schlenzer prallte gegen die Latte. Der Ostmeister drängte nun weiter auf das erste Tor und wurde noch in derselben Minute mit einem Siebenmeter belohnt, den Drumm nun unhaltbar ins rechte Eck schlenzte, sodass es mit dem 1:2-Rückstand in die Pause ging. Halle-Europameisterin Drumm wurde vor der Partie noch als „Volvo E.R.B. Tormaschine“ dank ihrer 28 Vorrunden-Treffer geehrt.  

„Der Knackpunkt war, warum wir es verloren haben, war, dass wir in der zweiten Halbzeit die ersten paar Minuten verschlafen haben“, räumte Stürmerin Alina Jäger ein. „Wir haben uns im zweiten Viertel wieder ins Spiel reingekämpft und verlieren es dann im dritten. Wir waren immer einen Schritt zu langsam. Zwar hören wir nie auf zu spielen, aber am Ende hat es nicht gereicht.“ Denn nach Wiederanpfiff erhöhte Kölns Kapitänin Paula Brux (32.) auf 3:1, als sie frei im Kreis angespielte wurde und den Ball gegen die Laufrichtung von Sielaff ins rechte Eck blockte.

Der BHC machte sich jedoch aus dem weiteren Rückstand nichts und erspielte sich direkt Strafecke Nummer drei. Als Köln nach zu frühem Rauslaufen nur noch mit vier Spielerinnen verteidigte, nutze Drumm (32.) die Chance mit einem sehenswerten Schlenzer zum erneuten Anschluss. Wieder Prumbaum (39.) erhöhte anschließend gegen ihre Ex-Teamkameradin im BHC-Tor zum 4:2, ehe Nika Hansen (40.) die unsortierte BHC-Defensive mit dem 5:2 überraschte. Kurz vor Ende des dritten Viertels tauchte Alina Jäger (44.) frei im Kreis vor Höllriegl auf, blieb mit ihrem Abschluss aber zu harmlos.

Im Schlussviertel war es Sielaff (48.), die ihre Teamkolleginnen mit doppelter Rettungstat gegen Hansen vor einem noch höheren Rückstand bewahrte. Fünf Minuten vor Schluss erspielte sich der Ostmeister Strafecke Nummer vier, doch Jäger (55.) scheiterte mit ihrem Schlenzer erst an der Torfrau und mit dem Nachschuss an der Spielerin auf der Linie. Nun nahm Coach Casper von Quadt Sielaff zugunsten einer sechsten Spielerin vom Feld und der BHC durfte dann sogar in doppelter Überzahl agieren, weil Jule Hufer gelb sah. Doch auch mit zwei Spielerinnen mehr fehlte die Gefahr vor dem gegnerischen Kasten trotz zwei weiterer Strafecken.. 38 Sekunden vor Schluss erzielte Brux (60.) dann nach Foulspiel im Kreis per Siebenmeter den 6:2-Endstand.

„Köln hat es auch gut gemacht und immer im richtigen Moment die Tore gemacht“, sagte von Quadt und ergänzte angesichts der ersten Saisonniederlage. „Natürlich haben wir eine gute Saison gespielt und in der Vorrunde 30 von 30 Punkten geholt und das Viertelfinale gewonnen. Aber wenn du hier bist, willst du am Sonntag im Finale stehen und das haben wir leider nicht geschafft.“

Rot-Weiss Köln (West 2) – Berliner HC (Ost 1) 6:2 (2:1)
1:0 (6.) Helena Würker
2:0 (10.) Sophie Prumbaum
2:1 (26.) Philine Drumm (7m)
3:1 (32.) Paula Brux
3:2 (33.) Philine Drumm (KE)
4:2 (39.) Sophie Prumbaum
5:2 (40.) Nika Hansen
6:2 (60.) Paula Brux (7m)
KE: 2 (0) / 6 (1)
7m: 1 (1) / 1 (1)
SR: Alia Korth, Paul Picht

Fotos: BHC / Fritz Ebeling