Bereits im zweiten Jahr in Serie stehen unsere Damen im Final4 der deutschen Hallenhockey-Meisterschaft in Frankfurt am Main. Gegner am Samstag (14.15 Uhr) im Halbfinale ist Rot-Weiss Köln als Zweiter der West-Staffel. „Ich glaube, dass wir ein sehr unangenehmer Gegner sein werden“, sagt BHC-Trainer Casper von Quadt und fügt hinzu: „Wir haben eine Truppe, die das Finale erreichen kann.“ Unsere Damen hatten die Ost-Liga mit voller Punkteausbeute beendet und setzen sich dann am Sonntag im Viertelfinale in der Sporthalle Schöneberg mit 3:2 (1:0) gegen den Südzweiten Münchner SC durch. Der Siegtreffer war eine Kombination der beiden Hallen-Europameisterinnen Philine Drumm und Benedetta Wenzel. Nach präzisem Zuspiel von Wenzel, die alle drei Treffer auflegte, schlenzte Drumm den Ball unhaltbar ins Netz. Für die Bundesliga-Toptorschützin war es zugleich Saisontor Nummer 30.

„Am Sonntag wurde im Clubhaus kurz gefeiert, aber allen war klar, dass wir einen Tag weniger Pause als die anderen Halbfinalisten haben. Bereits am Montag begann unsere Vorbereitung auf Köln, das ein sehr harter Gegner werden wird“, erzählt von Quadt. Die Kölnerinnen gewannen ihr Viertelfinale bereits am Samstag überraschend klar mit 7:4 (4:2) beim zuvor noch unbesiegten Nordmeister Club an der Alster. „Köln ist griffig beim Verteidigen und läuft super schnelle Konter. Wir werden uns gut darauf vorbereiten und müssen wieder über die Defensive kommen. Diese Teamleistung war auch im Viertelfinale der Schlüssel zum Erfolg“, sagt der Coach, der in seiner ersten Saison als Damentrainer das Team direkt wieder in die Endrunde führte.

Für Maja Sielaff, die mit starken Paraden zum erneuten Halbfinaleinzug beigetragen hat, wird es ein Wiedersehen mit ihren alten Weggefährtinnen. Die Torfrau war erst im Sommer von Rot-Weiss zum BHC gewechselt. „Einerseits ist es natürlich ein bisschen komisch ausgerechnet gegen sie zu spielen, andererseits gibt es mir Sicherheit, weil ich weiß, was auf mich zukommt“, verrät die 23-Jährige. Sie stand bereits 2022 beim letzten Kölner Halbfinalauftritt im Tor, als Rot-Weiss im Shootout dem Mannheimer HC unterlag.

In der vergangenen Spielzeit hatten die Berlinerinnen die Domstädterinnen zuhause im Viertelfinale im Penaltyschießen bezwungen und damit erstmals seit 2016 wieder ein Final4 erreicht. In Frankfurt setzte sich der BHC dann im Halbfinale ebenfalls im Shootout gegen den favorisierten Nordmeister Alster durch, scheiterte dann aber im Finale knapp mit 2:3 am MHC. „Dass in etwa die Hälfte unserer Mannschaft im letzten Jahr schon das Final4 gespielt hat, könnte ein Vorteil für uns sein, weil wir unsere Nerven besser im Griff haben“, glaubt Sielaff. Titelverteidiger MHC hat auch in diesem Jahr wieder die Südliga gewonnen und sich im Viertelfinale mit 3:1 gegen den Ostzweiten TuS Lichterfelde durchgesetzt. Der MHC bestreitet das erste Halbfinale gegen den Westchampion vom Düsseldorfer HC.

Am Freitag reisen die weiterhin verlustpunktfreien Ost-Meisterinnen mit zwölf Spielerinnen und zwei Torhüterinnen nach Frankfurt. Im Halbfinale spielen dürfen jedoch nur zwölf Akteurinnen. Zum bisherigen Saisonverlauf meint Keeperin Sielaff: „Bisher lief es ja sehr gut. Darauf wollen wir aufbauen und wenn es so weitergeht, wäre das ja phänomenal.“ Der letzte BHC-Titel datiert von 2013, als das Team vor heimischer Kulisse mit 5:3 gegen Alster gewann.

Das Final4 wird kostenpflichtig bei DYN übertragen. Alternativ bietet der BHC am Samstag ein Public Viewing im Clubhaus für alle Fans an, die nicht in Frankfurt dabei sein können. 

Foto: BHC / Fritz Ebeling