44 Kinder und Jugendliche, vier Teams, elf Coaches und Betreuer, unzählige Tore, jede Menge Teamgeist und ein Deutscher Vizemeistertitel: Die Deutschen Jugendmeisterschaften im Lacrosse vom 12. bis 14. Juni bei Hamburg waren für den Berliner Hockey-Club ein Wochenende voller sportlicher Höhepunkte, großer Emotionen und unvergesslicher Erlebnisse.

Rund 350 Nachwuchsspielerinnen und -spieler aus ganz Deutschland kamen zur Deutschen Jugendmeisterschaft in Henstedt-Ulzburg zum „schnellsten Spiel auf zwei Beinen“ zusammen. Auf vier Feldern wurde um die nationalen Titel gespielt, angefeuert, gejubelt und gekämpft – und mittendrin der BHC mit seinen Teams der jeweils weiblichen und männlichen U12 und U16.

Schon die gemeinsame Anreise im „BHC-Doppeldeckerbus“ in den Norden machte deutlich, worum es an diesem Wochenende gehen würde: Gemeinschaft. Vier Teams, viele unterschiedliche Jahrgänge und doch ein großes BHC-Team. Dieses Miteinander zog sich durch das gesamte Turnier. Ob auf dem Kunstrasen, am Feldrand oder zwischen den Spielen – überall unterstützten sich die Kinder und Jugendlichen gegenseitig.

Dabei mussten die Teams nicht nur gegen starke Konkurrenz bestehen, sondern auch gegen echtes norddeutsches Schietwetter. Regen, Wind, Sonnenschein und wieder Regen wechselten sich beinahe im Minutentakt ab. Trikots trockneten im Wind, Teams suchten kurz Schutz in den Zelten, bevor es wieder auf den Platz ging. Doch weder Wetter noch kleine Blessuren konnten die Spielfreude bremsen.

U12-Mädchen stürmen bis ins Finale

Für den größten sportlichen Erfolg aus BHC-Sicht sorgte die weibliche U12. Das junge Team, das gemeinsam mit drei Hamburger Spielerinnen als Spielgemeinschaft antrat, zeigte während des gesamten Turniers beeindruckenden Zusammenhalt, taktisches Verständnis und sportlichen Ehrgeiz.

Bereits das erste Spiel gegen den SC 1880 Frankfurt A entwickelte sich zu einem echten Krimi, den die BHC-Mädchen mit Nervenstärke 11:10 für sich entscheiden konnten. Gegen ein weiteres Frankfurter Team folgte mit einem 16:1-Erfolg ein wahres Torfestival. Im Halbfinale setzte sich das BHC-Team in einem attraktiven und torreichen Spiel mit 15:10 gegen die Pandas durch und zog verdient ins Finale ein.



Dort warteten am Sonntag die Spielerinnen der JFK Rams, die Spielgemeinschaft der John-F.-Kennedy-School aus Berlin-Zehlendorf. Das Endspiel wurde zugleich zum emotionalen Höhepunkt des gesamten Wochenendes. Spielerinnen und Spieler aller BHC-Teams versammelten sich am Spielfeldrand, feuerten lautstark an, Musik lief, jedes Tor wurde gefeiert.



Die BHC-Mädchen hielten die Partie lange offen und erspielten sich zahlreiche Chancen. Am Ende fehlte bei einigen Abschlüssen das berühmte Quäntchen Glück, sodass sich die JFK Rams mit 17:9 durchsetzen konnten. Die Enttäuschung über die Finalniederlage wich jedoch schnell dem Stolz auf eine tolle Leistung. Deutscher Vizemeister – ein großartiger Erfolg für dieses junge Team.



Für eine weitere besondere Auszeichnung sorgte BHC-Lacrosserin Clara Ziebart. Sie wurde als Most Valuable Player (MVP) der gesamten weiblichen U12-DM ausgezeichnet und damit zur wertvollsten Spielerin ihrer Altersgruppe des Turniers gewählt.

Starke Leistungen in allen Altersklassen

Auch die übrigen BHC-Teams präsentierten sich auf nationaler Bühne hervorragend.

Die männliche U12 rund um die Trainer Julius Busch und Fionn Mulvey zeigte mit vielen neuen Gesichtern im Kader, wie stark sie sich im Laufe der Saison entwickelt hat. Nach einem schwierigen Auftakt gegen die Spielgemeinschaft Süd kämpfte sich das Team mit Siegen gegen die Pandas Kleinmachnow (12:7), die Spielgemeinschaft NRW (9:5) und die Spielgemeinschaft Nord (7:6) auf einen starken fünften Platz vor.



Die weibliche U16 verpasste mehrere Spiele nur denkbar knapp. Sowohl gegen die Spielgemeinschaft NRW (9:10) als auch gegen die TSV Wolves Waldtrudering (4:5) fehlte nur ein Tor zum Erfolg. Mit deutlichen Siegen gegen die Pandas Kleinmachnow (8:2) und die Spielgemeinschaft Süd B (8:2) sicherte sich das Team der Trainerin Rebecca Fällenbacher am Ende Platz sechs.

Auch die männliche U16 zeigte den Kampfgeist, der die BHC-Lacrosse-Abteilung seit vielen Jahren auszeichnet. Nach knappen Niederlagen gegen die Black Mambas Bad Vilbel (9:10) und den SC 1880 Frankfurt (8:12) folgten überzeugende Siege gegen die Spielgemeinschaft NRW (9:4) und die Pandas Kleinmachnow (5:1). Am Ende stand für Team und Trainer Aaron Trapp ebenfalls ein starker sechster Platz.



Mehr als nur ein Sport

Zuschauende am Spielfeldrand, die im kleinen schleswig-holsteinischen Ort nahe Hamburg teils zum ersten Mal ein Lacrosse-Spiel live erlebten, verstanden rasch, warum die Sportart weltweit immer mehr Anhänger gewinnt. Das Spiel ist schnell, dynamisch und torreich. Anders als in vielen anderen Teamsportarten gibt es laufend Aktionen vor beiden Toren, die das Spiel auch für das Publikum äußerst attraktiv macht. Jedes Tor wird gefeiert, jede Parade bejubelt – und genau diese Energie war während der gesamten Deutschen Jugendmeisterschaft spürbar.

Lacrosse gilt zudem als eine der ältesten Mannschaftssportarten der Welt und hat seine Wurzeln in den indigenen Kulturen Nordamerikas. Gleichzeitig blickt die Sportart in eine spannende Zukunft: Bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles kehrt Lacrosse erstmals seit 1908 wieder ins olympische Programm zurück.



Besonders macht den Sport auch seine internationale Kultur. Auf und neben dem Feld wird nicht nur Deutsch sondern auch Englisch gesprochen. Einige Spielerinnen und Spieler bringen internationale Wurzeln mit, und die Kommunikation auf dem Feld findet ganz selbstverständlich in beiden Sprachen statt. Für viele Kinder ist das eine besondere Erfahrung: Englisch nicht nur in der Schule zu lernen, sondern ganz praktisch im Spiel anzuwenden und im Team und im Austausch mit Gleichaltrigen aus ganz Deutschland zu nutzen.

Eine starke Gemeinschaft beim BHC

Dabei zählt die Lacrosse-Abteilung des Berliner Hockey-Clubs seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Nachwuchsstandorten Deutschlands. Zahlreiche Meistertitel, Nationalspielerinnen und Nationalspieler sowie eine lebendige Kinder- und Jugendarbeit prägen die Sparte. Gleichzeitig hat sich die Abteilung ihre besondere Atmosphäre bewahrt: familiär, international und offen für alle, die diesen außergewöhnlichen Sport kennenlernen möchten.



Nach dem Finale der U12-Mädchen brachte das Trainerteam um Kiana Böhm und Ida Kemps die Stimmung des Wochenendes treffend auf den Punkt: „Nächstes Jahr wird unser Jahr!“ Nach diesem Wochenende gibt es viele gute Gründe, daran zu glauben.

Lust auf Lacrosse bekommen?

Wer Lacrosse selbst ausprobieren möchte, hat in den Sommerferien die Gelegenheit dazu. Der Berliner Hockey-Club bietet sowohl ein zweitägiges Lacrosse-Camp zu Ferienbeginn als auch ein fünftägiges Sommercamp in der letzten Ferienwoche an. Willkommen sind Kinder von sechs bis 14 Jahren – Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, die Ausrüstung wird gestellt.

Weitere Informationen und Anmeldung gibt es hier

Fotos: BHC / Victoria Fällenbacher