Wenige Tage nach dem erfolgreichen Wiederaufstieg unserer Herren n die 1. Feldhockey-Bundesliga hat Trainer Stan Huijsmans überraschend seinen Rücktritt erklärt. „Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen und ist ganz allein von mir ausgegangen“, erläutert der Niederländer, der im Oktober zum dritten Mal Vater geworden ist. „Mein Rückzug ist familiär begründet, denn mit drei kleinen Kindern ist das Privatleben aktuell sehr intensiv und es ist mir schwer gefallen, so viele Abende und Wochenenden unterwegs zu sein. Dadurch konnte ich in den letzten Monaten weder der Trainer, noch der Papa sein, der ich sein möchte. Ich hätte nie gedacht, dass ich irgendwann einmal als Trainer aufhören werde, weil mir dieser Job unfassbar viel bedeutet, aber aktuell ist Zeit für ein Pause.“

Huijsmans möchte in den nächsten Jahren in einem Job außerhalb des Hockeys arbeiten und mit geregelten Arbeitszeiten seiner Familie gerecht werden. Die Familie wird aber auf jeden Fall in Berlin wohnen bleiben, sodass der Coach auch dem BHC verbunden bleibt. „Ich möchte der Mannschaft und dem Verein etwas zurückgeben und habe daher weiterhin meine Unterstützung angeboten, wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird“, sagt der 42-Jährige. Sportdirektor Rein van Eijk bedauert die Entscheidung, kann sie aber persönlich gut nachvollziehen. „Wir sind sehr dankbar für Stans Arbeit und möchten ihm ein großes Lob aussprechen, dass er die Mannschaft direkt nach dem Abstieg in die 1. Liga zurückgeführt hat. Zudem haben wir großen Respekt vor Stans Entscheidung so wenige Tage nach dem Aufstieg.“ Kapitän Nico Kirstein, Topscorer der 2. Liga, kann sich nur anschließen: „Wir möchten uns als Mannschaft für die gemeinsame Zeit und den Einsatz bedanken und wünschen Stan für den neuen Lebensabschnitt alles Gute. Gleichzeitig hoffen wir, die ganze Familie auch in Zukunft noch oft beim BHC begrüßen zu dürfen.“

Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger läuft bereits auf Hochtouren. „Wir befinden uns schon in Gesprächen mit Personen aus dem In- und Ausland. Nichtsdestotrotz freuen wir uns auch über eine proaktive Kontaktaufnahme, wenn jemand denkt, dass er oder sie genau zu uns und unseren Zielen passt“, sagt van Eijk. Bis die Nachfolge geregelt ist, wird daher der Sportdirektor selbst kommissarisch einspringen. Der Niederländer hat zwischen 2017 und 2022 bereits erfolgreich als Herrentrainer beim BHC gearbeitet und das Team erstmals seit dem DM-Titelgewinn 2012 wieder in ein Final Four auf dem Feld sowie gleich zweimal ins Endspiel der Hallen-DM geführt.

„Wir nehmen uns jetzt die Zeit, die wir brauchen, und werden nichts überstürzen. Das Ziel ist es, eine langfristige und nachhaltige Lösung zu finden“, verrät der FIH High Performance Coach, der damit das höchste Trainerdiplom des Weltverbandes besitzt. Van Eijk selbst hat sein Amt als Bundestrainer der belgischen Damen zu Jahresbeginn aus familiären Gründen aufgeben müssen und ist dann zum 1. April als Sportdirektor zum BHC zurückgekehrt. In Berlin können die van Eijks nun wieder auf ihr persönliches Netzwerk und Umfeld zurückgreifen, sodass die vierköpfige Familie bei der Kinderbetreuung unterstützt wird und der 38-jährige Vater daher temporär als Herrentrainer fungieren kann.

Casper von Quadt wird auf jeden Fall Trainer der BHC-Damen bleiben, ein Wechsel zu den Herren war auch nie im Gespräch, wie van Eijk bestätigt: „Die Damen und Herren haben im Club den gleichen hohen Stellenwert. Daher soll und wird Casper seine erfolgreiche Arbeit bei den Damen fortsetzen.“ Van Eijk und Huijsmans sind auch bereits mit potenziellen Neuzugängen auf Spielerseite im Gespräch. „Auch hier gilt es, sehr gezielt nach Verstärkungen zu suchen. Ganz bewusst gucken vorwiegend wir nach jungen, talentierten Spielern, die sich bei uns weiter entwickeln und weiter wachsen können“, verrät van Eijk. Die 1. Bundesliga beginnt am 19./20. September.

Fotos: BHC / Fritz Ebeling