Unsere Damen stehen erneut im FinalFour der deutschen Hallenhockey-Meisterschaft. Der Ostmeister besiegte am Sonntag im Viertelfinale den Südzweiten Münchner SC mit 3:2 (1:0). Den entscheidenden Treffer erzielte Hallen-Europameisterin und Bundesliga-Toptorschützin Philine Drumm in der 54. Minute. „Das ist schon sehr cool, dass wir wieder im FinalFour sind“, sagte die Matchwinnerin. „Wir wussten, dass wir heute geduldig sein müssen, denn MSC hat wie erwartet defensiv gespielt.“ BHC-Coach Casper von Quadt meinte: „So ein Tor sieht man nicht häufig. Wir hatten heute einfach die Unterschiedsspielerinnen in unseren Reihen. Die Mädels haben sich die Endrunden-Teilnahme verdient. Es war eine Willensleistung in der Defensive.“

Aufgrund der tief stehenden Gäste hatte der BHC zunächst Mühe, sich Torchancen zu erarbeiten. Die Münchnerinnen setzten hingegen auf Konter, sodass Paula Nahr BHC-Torfrau Maja Sielaff bereits in der fünften Minute zum ersten Mal prüfte. Ein weiterer MSC-Konter führte am Ende des ersten Viertels zur ersten Strafecke, als Sielaff (13.) den Schuss von Nahr nur hoch abwehren konnte. Die BHC-Defensive lief jedoch diese Ecke sowie zwei weitere Wiederholungsecken stark ab, sodass es torlos in die erste Pause ging.

Im zweiten Viertel hielt der MSC an seinem defensiven Fünferblock fest und blieb dennoch mit seinen Kontern gefährlich. So klärte Sielaff im Eins-gegen-ins gegen Lucia Rahm (21.) und bewahrte den Ostmeister damit erneut vor einem Rückstand. Nur zwei Minuten später kam Elissa Mewes (23.) nach tollen Zuspiel von Alina Jäger frei zum Schuss, scheiterte aber an MSC-Keeperin Selina Müller. Im Anschluss holte Drumm (24.) die erste BHC-Strafecke heraus, doch ihr Schlenzer wurde abgelaufen. Die Wiederholungsecke mit der Variante auf Johanna Franz führte ebenfalls nicht zum Tor. Vier Minuten vor der Pause gelang der Bundesliga-Toptorschützin dann das erlösende 1:0, indem sie ein Zuspiel von Bene Wenzel ins lange Eck schlenzte (26.). Im direkten Anschluss hätte der BHC erhöhen können, aber der Konter über Zoe Neßelhauf (27.) führte nicht zum Tor.

Das dritte Viertel war noch keine zwei Minuten alt, da erhöhte dann Elissa Mewes (33.) nach gutem Auge und präzisem Zuspiel von Wenzel per Stecher auf 2:0. Wenig später parierte Sielaff (35.) die vierte MSC-Strafecke in dieser Partie. Mit der 2:0-Führung im Rücken zogen sich die Berlinerinnen nun beim gegnerischen Ballbesitz tiefer in ihre Hälfte zurück. Johanna Franz (38.) hatte anschließend aus spitzem Winkel das 3:0 auf dem Schläger, scheiterte aber am langen Pfosten. Zum Abschluss des dritten Viertels prüfte Rosa Kunze (45.) noch einmal Selina Müller, doch die EM-Keeperin parierte.

Im Schlussabschnitt musste der Südzweite nun offensiver werden, während der Ostchampion tief stand und die Räume gut zumachte. Nichtsdestotrotz kam Charlotte Remmele (47.) nach guter Einzelaktion zum Abschluss und überwand Sielaff zum ersten Mal mit einem Schuss ins lange Eck. Als Alina Jäger (49.) mit grün verwarnt wurde, erspielte sich der MSC Strafecke Nummer fünf und sechs. Die fünfte Strafecke wurde von Joana Boehringer gut verteidigt, doch Timea Tripps (51.) nutzte Ecke Nummer sechs mit ihrem Direktschuss zum 2:2-Ausgleich in Überzahl. „Der Ausgleich war unnötig“, räumte Philine Drumm ein.

Wenig später sah Nike Beckhaus (53.) grün und Drumm nutze nun die Überzahl zur erneuten Führung nach Zuspiel von Wenzel (54.) aus. Die Europameisterin schlenzte den Ball aus spitzem Winkel direkt unter die Latte und ließ Müller keine Chance. Die Gäste agierten ab 4:30 Minuten vor Schluss mit sechs Feldspielerinnen, konnten sich aber keine zwingenden Möglichkeiten mehr erarbeiten. Für den BHC war es der elfte Sieg im elften Saisonspiel.

So treffen die Vorjahres-Finalistinnen nun am kommenden Samstag in Frankfurt am Main im Halbfinale auf Rot-Weiss Köln. Der Westzweite hatte am Samstag überraschend mit 7:4 (4:2) beim zuvor noch unbesiegten Nordmeister Club an der Alster gewonnen. Für Maja Sielaff wird das ein Duell mit ihrem Ex-Verein. „Ich freue mich sehr und mehrere Kölner Mädels haben mir auch gestern schon Nachrichten geschickt, dass sie gegen uns spielen möchten. Heute war es eine gute Teamleistung, die es am Ende ausgemacht hat“, sagte die Torfrau. Im vergangenen Jahr hatte der BHC Köln zuhause im Viertelfinale im Shootout besiegt und war erstmals seit 2016 wieder ins FinalFour eingezogen. „Sie liegen uns“, kündigte Drumm an.

Berliner HC (Ost 1) – Münchner SC (Süd 2) 3:2 (1:0)
1:0 26‘ Philine Drumm
2:0 33‘ Elissa Mewes
2:1 47‘ Charlotte Remmele
2:2 51′ Timea Tripps (KE)
3:2 54′ Philine Drumm
KE: 2 (0) / 6 (1)
SR: Teresa Lipsky, Dennis Scharwächter
Fotos: BHC / Fritz Ebeling & Thomas Sobotzki (ts-powerfoto.de)
