Unsere Damen haben das zweite Viertelfinale in den Playoffs der 1. Feldhockey-Bundesliga in Düsseldorf verloren. Nach der späten 1:2 (1:1)-Niederlage gegen den DHC kommt es nun am Sonntag um 12.00 Uhr am Seestern zum entscheidenden dritten Spiel in der Best-of-Three-Serie. Der Sieger zieht ins Final4 am nächsten Wochenende in Bonn ein. Für die BHC-Damen, die das Hinspiel in Berlin mit 3:0 gewonnen hatten, wäre es die erste Endrunden-Teilnahme seit zwölf Jahren. Am Samstag hatte der BHC die Partie gegen den Favoriten lange offen gehalten, aber drei Minuten vor Schluss das 1:2 per Strafecke kassiert. „Das nervt natürlich grad. Wir bekommen zu viele Ecken gegen uns und lassen sie insgesamt zu einfach in den Kreis kommen“, monierte BHC-Trainer Casper von Quadt. „Nun ist es wichtig gut zu regenerieren und diese Fehler morgen abzustellen.“
Im torlosen ersten Viertel hatte Luzie Franz (7.) nach Ballgewinn von Carlotta Pahlke gegen Selin Oruz für die erste und einzige BHC-Chance gesorgt, fand aber nach ihrem Kreiseintritt keine anspielbereite Mitspielerin. Die Gastgeberinnen hatten ihrerseits zwei Möglichkeiten, doch zunächst klärte Johanna Franz (13.) als letzte Verteidigerin und legte der Gegnerin den Ball gekonnt an den Fuß. Wenige Sekunden vor der Viertelsirene kam der DHC nach gutem Konter über Nationalspielerin Lisa Nolte und Lucy Zich zur ersten Strafecke nach BHC-Fußspiel. Abwehrchefin Linnea Weidemann startete zu früh, doch auch ohne sie wurde die Variante verteidigt. Die Wiederholungsecke von Clara Canal ging am Tor vorbei.
Im zweiten Viertel hatte Alessa Volkert (19.) direkt die Chance vor DHC-Keeperin Femke Jovy, ehe der DHC nach Foul von Sophia Schwabe an Bene Wenzel die grüne Karte sah und der BHC seine erste Strafecke bekam. Die Variante wurde zunächst gut verteidigt, doch Pahlke hatte im Nachsetzen per Schlenzer das 1:0 auf dem Schläger. Der Ball wurde von einer DHC-Verteidigerin aber noch pariert. Die daraus resultierende Folgestrafecke von Weidemann wurde ins Aus geblockt. Im Gegenzug erkämpfte sich der Vorjahresfinalist Ecke Nummer drei und diesmal saß der abgefälschte Schlag von Nolte (22.), sodass die Gastgeberinnen in Führung gingen.
Der BHC ließ sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen und erzielte nach sehenswerter Passkombination von Johanna Franz zu Philine Drumm und weiter zur völlig allein am langen Pfosten stehenden Pahlke (28.) das umjubelte 1:1. „Das war gut rausgespielt und wir haben gezeigt, dass wir uns vom 0:1 nicht haben triggern lassen“, sagte Pahlke. Düsseldorf hätte im Gegenzug wieder nachlegen können, doch BHC-Torfrau Johanna Warnecke bekam den Volleyschlag an den Helm, machte aber unbeeindruckt weiter. Somit blieb es beim 1:1 nach 30 Minuten.
Nach Wiederanpfiff hatte der Tabellendritte eine Schrecksekunde zu verdauen, als Nolte den Ball aus kurzer Distanz auf die Hand bekam und ausgewechselt werden musste. Wenig später tauchte der DHC gefährlich im BHC-Kreis auf und erspielte sich Ecke Nummer vier und fünf, beide wurden aber von Weidemann (32.) stark abgelaufen. „Wir müssen morgen weniger Strafecken zulassen“, unterstrich Pahlke. Auch die sechste Ecke verteidigte der BHC stark, der bei sommerlichen Temperaturen auch immer wieder Nadelstiche im DHC-Kreis setzte. Mitte des dritten Viertels zeichnete sich Warnecke wieder aus, diesmal bei einer erneuten Strafecke von Nolte (37.), die nach ihrer Verletzung glücklicherweise weitermachen konnte. Die Nationalspielerin war es auch, die kurz darauf Sara Strauss (40.) in Szene setzte, die den Steilpass aber im Rutschen nicht erreichte. Kurz vor der Sirene klärte Weidemann (45.) erneut gegen Strauss, sodass die Partie weiterhin offen blieb.
Im letzten Viertel hatte der BHC sogar die Mehrzahl der Kreiseintritte auf seiner Seite, kam aber nur selten zum Abschluss. „Das haben wir nicht gut ausgespielt“, sagte von Quadt, dessen Team drei Minuten vor Schluss in einen Konter lief, während sich Ersatztorfrau Maja Sielaff schon fürs Shootout aufwärmte. Der Konter resultierte dann in Strafecke Nummer acht für den DHC, die Frederike Heusgen (57.) zum Siegtreffer nutzte und damit Spiel drei erzwang. „Wir glauben fest daran, dass wir es morgen machen. Heute haben wir einiges liegen gelassen, aber gezeigt, dass wir mehr als mithalten können“, sagte Pahlke.
Düsseldorfer HC vs. Berliner HC 2:1 (1:1)
1:0 Lisa Nolte (22./KE)
1:1 Carlotta Pahlke (28.)
1:2 Friederike Heusgen (57./KE)
E: 8 (2) / 2 (0)
SR: Teresa Lipsky, Nicolas Lemke
Foto: BHC / Fritz Ebeling
